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PNP | 19.12.2019 | Wiese statt Maisacker

BUND Naturschutz stellt Artenschutz-Projekte im Landkreis vor

Passau/Bad Füssing. Über die ehrenamtliche Arbeit der Kreisgruppe Passau des Bund Naturschutz hat sich FW-Landratskandidatin Roswitha Toso auf einer Info-Fahrt im südlichen Landkreis informiert. In der Nähe von Bad Füssing betreut der BN seit 28 Jahren im Bereich der Innauen das Projekt Flutwiese, das der BN und die Ortsgruppe Bad Füssing initiierten.

"Hier arbeitet die BN-Kreisgruppe mit vielen Beteiligten zusammen", erläuterte Kreisvorsitzender Karl Haberzettl. Dazu zählten die untere Naturschutzbehörde, der Landschaftspflegeverband, die Verbund AG sowie Jäger und Landwirte vor Ort. Die Zusammenarbeit sei hier einmalig. Das Natur- und Artenschutzprojekt Flutwiese habe vor 28 Jahren ermöglicht, rund 25 Hektar Maisacker in eine artenreiche Wiese umzuwandeln. Angepasste Mähzeiten und der Verzicht auf künstliche Düngung steigerten die Artenvielfalt. Zudem habe man auf fünf bis acht Prozent der Fläche, die jährlich wechselt, den Bewuchs nicht gemäht. Extensive Wiesennutzung steigere die Biodiversität enorm. Hier gebe es die Weidensandbiene, das Helmknabenkraut, den Aurorafalter, Wiedehopf und viele Heuschrecken. Fledermäuse, die in einem alten Stadel, im Gestrüpp oder in Spalten und Hohlräumen knorriger Kopfweiden wohnten, nutzten die Wiese als Jagdbiotop. Regelmäßiger Schnitt verleihe den Bäumen die charakteristische Gestalt. Auf der BN-Fläche fänden Führungen für Schulklassen aller Jahrgangsstufen und Ferienangebote der Ortsgruppe Bad Füssing zum Thema Biodiversität und Nachhaltigkeit statt.

Toso staunte über den Beitrag, den der Bund Naturschutz hier zum Erhalt der Artenvielfalt leistet. Acht Kilometer flussaufwärts besitze der BN eine weitere 14 Hektar große Fläche, sagte Haberzettl. Zusammen mit der Kreisgruppe Rottal-Inn habe er heuer an der Landkreisgrenze, am Sulzbach weitere 6,5 Hektar erworben. Sie würden ehrenamtlich betreut und naturschutzfachlich verbessert. Er wisse die Kooperation mit den Landwirten zu schätzen, die problemlos und ohne Berührungsängste erfolge, sagte Haberzettl. Er freue sich auch über die gute Kooperation mit den Naturschutzbehörden. Er verwies auf Veränderungen in den nächsten Jahren, weil der Inn-Kraftwerksbetreiber Verbund eine Umgehungsrinne für das Kraftwerk plane. Gespräche habe es schon gegeben. Der Verbund sei für Anregungen zum Naturschutz sehr offen und habe Entgegenkommen signalisiert. − tw