Wanderung zur Flussperlmuschel Dr. Marco Denic ( gestreiftes Hemd mit Rücken im Bild ) erklärt den Exkursionsteilnehmern den Fortpflanzugsmechanismus der Flusspermuschel

ArKoNaVera - Projekt Flussperlmuschel ein Artenschutzvorzeigeprojekt

Die gemeinsame Veranstaltung von Ökologisches Zentrum Passau Stelzlhof, Bund Naturschutz  und dem  Haus am Strom zur Thematik Flussperlmuschel war ein voller Erfolg. Erfreut waren die beiden Leiter Karl Haberzettl und Ralf Braun über die große Anzahl von Besuchern.

Begrüßt wurden die Besucher am Treffpunkt, dem Kollnbergmühlweiher in der Gemeinde Fürstenstein von Dr. Marco Denic, dem Leiter des Bundesprojektes zur Rettung der Flussperlmuschel in Niederbayern.

Herr Marco Denic erläuterte, dass die Flussperlmuschel kurz vor dem Aussterben steht, da seit mehreren Jahrzehnten keine erfolgreiche Vermehrung mehr stattfindet. Deshalb sind die Bestände heute stark überaltert, klein und meist voneinander isoliert., Die Hauptursache dafür, sind die erhöhten Feinsedimenteinträge in die Flussperlmuschelgewässer.Deshalb haben sich die Landkreise Passau, Freyung-Grafenau und Regen mit der Stadt Passau und dem Landschaftspflegeverband Passau zu einer Trägergemeinschaft zusammengeschlossen, die nun in einem Bundesprojekt gemeinsam an der Rettung der Flussperlmuschel in Niederbayern arbeitt.

Der Kollnbergmühlweiher spielt in Projekt Flussperlmuschel eine wichtige Rolle, weil er, so Marco Denic, einen beträchtlichen Teil dieser Feinsedimente zurückhält, die aus Einschwemmungen  von umliegenden Flächen stammen.

Gemeinsam wanderten die Teilnehmer bis zur Flussperlmuschelzuchtstation entlang der Kleinen Ohe, wo Marco Denic sehr ausführlich und verständlich den Lebensraum der Flussperlmuschel erläuterte. Ist ein Gewässer für die Flussperlmuschel geeignet verfügt es über Trinkwasserqualität und einen hohen Strukturreichtum, sodass z.B. auch ein verzögerter Hochwasserabfluss stattfindet.

Angekommen bei den Teichen, wo die Flussperlmuschel durch menschliche Unterstützung nachgezüchtet wird, waren viele über die Größe der Anlage erstaunt, die zur Flussperl-muschelnachzucht dient.

Interessant war die Einführung in den Fortpflanzungsmechanismus der Flußpermuschel, die zur Fortpflanzung auf die Bachforelle angewiesen ist. Denn die Glochidien, die Larven der Flussperlmuschel, benötigen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung zur Jungmuschel die Bachforelle als Wirtsfisch. Daher ist die Bachforelle auch ein wichtiger „Verbundpartner“ im Flussperlmuschelprojekt. In der Nachzucht werden deshalb Glochidien zur Infektion von Bachforellen gewonnen. Rund 10 Monate nach der Infektion können die etwa 0,3 mm kleinen Jungmuscheln zur weiteren Aufzucht geerntet werden.  Sie werden anschließend noch mehrere Jahre aufgezogen und dann als Besatz in ihren Herkunftsgewässern ausgebracht. Der Nachwuchs aus der Nachzucht dient damit übergangsweise zur Verjüngung der Bestände, die sonst in wenigen Jahren verschwinden würden.

Nach der 2stündigen Wanderung und Einführung in den Fortpflanzungsrhythmus einer Flussperlmuschel in der Zuchtstation des Landkreises Passau bedankten sich Karl Haberzettl und Ralf Braun sehr herzlich bei Marco Denic für seine fundierten Ausführungen.

Alle Beteiligten wünschten dem Flussperlmuschelprojekt viel Erfolg und man nahm sich vor, sich in ca. einem Jahr wieder trifft, um über den Wissensstand weiter informiert zu werden, der sich in der Zwischenzeit bei den Verantwortlichen des Flussperlmuschelprojekts angesammelt hat.