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PNP - 23.02.2017 - Warnung vor einer "Schneise des Flächenfraßes"

Nordtangenten-Bürgerinitiative kündigt nach Treffen Plakataktionen an

Ideen zu sammeln, Aktionen zu planen, Aktive zusätzlich in die Vorstandssitzung einzubinden und aktuell von Gesprächen zu berichten – dazu haben sich die Vorstände der BI "Natur ja-Nordtangente nein" beim Hofwirt in Hals versammelt. 40 Teilnehmer brachten ihre Erfahrungen aus Touristik, Webdesign, Naturschutz, Landwirtschaft und Vereinsarbeit ein.

"Seit Veröffentlichung der Nordtangente im Bundesverkehrswegeplan haben 8000 Menschen ihre Ablehnung klargemacht. Zehntausende Stellungnahmen hatten die Lücken des Ministeriumsentwurfs angeprangert", beschreibt BI-Sprecher Martin Ziegler in einer Pressemitteilung die Entwicklung der letzten Monate. Die Mandatsträger vor Ort und Parteifunktionäre mit landes- und bundespolitischen Ambitionen hätten gegen die klaren Beschlüsse in Tiefenbach, Salzweg und Passau die Nordtangente in das Gesetzespaket der Ausbaupläne eingeschleust. Franz Meyer, Dr. Gerhard Waschler und Andreas Scheuer hätten keine Skrupel, die Vorstellungen von Leonhard Anetseder umzusetzen, beklagte ein Teilnehmer.

Sinnvolle, wirksame Alternativen wurden nach Zieglers Worten in München und Berlin nicht geprüft. Vielmehr habe das Ministerium jede Auskunft und Korrektur zu dem immensen Nutzen-Kosten-Verhältnis verweigert. Dr. Baier berichtete vom Gespräch mit dem Oberbürgermeister: Das Stadtoberhaupt habe wiederholt, dass die Verwaltung dem einstimmigen Beschluss des Stadtrats Folge leisten werde, wenn in etwaigen Planverfahren die Nordtangente zum Thema werden sollte. Karl Haberzettl, Bund Naturschutz, machte den Kontext deutlich, in dem die Nordtangente von Verbandsvorsitzendem und Landrat Franz Meyer anvisiert sei: eine Schneise des Flächenfraßes und der Bodenvernichtung drohe den zahlreichen erfolgreichen Bauern in Hauzenberg und Untergriesbach. "Das Vorhaben des Zweckverbands Autobahnzubringer bedroht Arbeitsplätze in der Landwirtschaft" beschreibt Karl Haberzettl die ökonomische Folge des Trassenbaus.
Die künftigen Projekte der BI sollen sich darauf ausrichten, den Menschen den drohenden Verlust aufzuzeigen, so etwa mit Hilfe von Plakaten. Auch die nötige Überquerung der Gaißa solle verstärkt ins Bewusstsein rücken.
Bürgermeisterin Erika Träger lobte die Arbeit der BI als Erfolg. "Die Menschen zur größten politischen Kundgebung seit langem zu bewegen ist ein klares Zeichen", so die Kommunalpolitikerin zur Kundgebung im April 2016. Heimat und Naherholungsgebiete seien durch den sachorientierten Einsatz ein Vierteljahrhundert vor der Zerstörung bewahrt worden. Gäste waren die Stadträte Charly Synek und Paul Kastner sowie Boris Burkert. − red