STF Group arbeitet nicht umweltfreundlich

Sie ist einer der größten Wasserverbraucher in der Gemeinde - Ihr Recycling geht auf Kosten unserer Heimat und Umwelt


Wir, der BUND Naturschutz, stehen voll und ganz hinter dem Begriff „Recycling“. ABER: Recycling darf nicht auf Kosten unserer Heimat und unserer Umwelt gehen. So jedoch erfolgt es seit mehr als 20 Jahren in der Gemeinde Aicha vorm Wald. Mit umweltfreundlichen Produktionsweisen hat das Recycling der STF Group unserer Meinung nach nichts zu tun.

Trotz einiger Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft in Passau wurden diese aus unerklärlichen Gründen nicht weiter verfolgt und diese Verfahren eingestellt. Grund: der Verursacher konnte anscheinend nicht ermittelt werden.


Einige der unten folgenden Daten wurden uns anonym übermittelt!

Nachdem die augenscheinlichen Bau- und Umweltsünden der STF Group mittlerweile auch Eingang in überregionale Medien gefunden haben, bekommen wir - von der Kreisgruppe Passau - gezielt anonyme Hinweise.

Als BUND Naturschutz (Vertreter der Öffentlichkeit) wenden wir uns damit an die Öffentlichkeit.


Gewässerverunreinigungen des Vorfluters Gaißa aus der Kläranlage Aicha

Starker Eintrag von Schaum in die Gaißa aus der Kläranlage Aicha

  • Sonntag, 21.08.2016, 20.30 Uhr: Eintrag von grauen Schlamm (wegen Dunkelheit leider keine Fotos)
  • Sonntag, 28.08.2016, 20.00 Uhr: leichte Schaumbildung aus Abflussrohr der KA
  • Sonntag, 29.08.2016 um ca. 20.00 Uhr erneut starke Schaumbildung aus KA Aicha in die Gaißa

Auffällig ist, dass die Gewässerverunreinigungen aus der KA Aicha fast immer an den Wochenenden in den Abendstunden (Dunkelheit) zu beobachten sind.

Schaum entstand durch Tenside


Die Presse



BR - Das Bayerische Fernsehen vor Ort:


Aicha vorm Wald - Streit ums Abwasser

21.07.2016, 17:30 Uhr, BR Fernsehen , 2 Min.

Direktlink zum Beitrag des BR


Aicha vorm Wald - Chemikalien im Abwasser?

01.06.2016, 17:30 Uhr, BR Fernsehen, 3 Min.

Direktlink zum Beitrag des BR


Hat STF den rechten Weg verlassen? Ein altes Polizei-Dokument sorgt für neue Vorwürfe – auch gegen die Arbeit der Behörden. − Fotos: Kain
Im Regenrückhaltebecken treiben immer wieder Plastikteile, wie sie die STF Recycling verarbeitet.
In diesen Teichen sind im Jahr 2003 zahlreiche Fische verendet. Schuld war laut eines Polizeiberichts eine Havarie bei der STF Thermoform-Folien GmbH, bei der es einen illegalen Kanalanschluss gab.
Auch der Bärnbach unweit des Gewerbegebiets war mehrfach von Verunreinigungen betroffen.

30.06.2016 Alter Störfall bei STF sorgt für neuen Wirbel

Bürgerinitiative wirft Verantwortlichen Untätigkeit und Vertuschung vor – Firma und Ämter weisen das zurück – Bund Naturschutz stellt Strafanzeige

von Sabine Kain

Aicha vorm Wald. Vor wenigen Wochen fand Günther Willmerdinger in seinem Briefkasten die Kopie eines Polizeiberichts aus dem Jahr 2003. Der Bund Naturschutz erhielt die gleiche Post, eingeworfen von einem Unbekannten. Sie enthält brisante Informationen über einen Störfall bei der STF Thermoform-Folien GmbH im Aichaer Gewerbegebiet. Die STF Gruppe steht seit geraumer Zeit im Kreuzfeuer von Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative Abwasser, die Willmerdinger mit initiiert hat. Sie werfen STF vor, Abwässer illegal einzuleiten und dadurch die Umwelt zu gefährden. Nun haben die Kritiker neue Munition – aus ihren Briefkästen.

Der nächste Brief

"Ich war erschüttert", sagt Willmerdinger über den Polizeibericht. Er beschreibt einen Vorfall vom 19. März 2003. Damals war bei der STF Thermoform-Folien GmbH ein Tank übergelaufen. Über einen nicht genehmigten Gully seien giftige Substanzen in den Kanal gelangt. Der Vorfall kam ans Licht, weil die nahen Regenrückhaltebecken der Gemeinde "massiv verunreinigt" waren. Auch der Bärnbach und einige Fischweiher waren "nicht unerheblich mit Schadstoffen belastet". Rund 1600 Jungfische sollen verendet sein. Von weiteren Vorfällen ist die Rede.

Im Regenrückhaltebecken treiben immer wieder Plastikteile, wie sie die STF Recycling verarbeitet.

"Meines Wissens hatte das keine Konsequenzen", echauffiert sich Willmerdinger. Er hat mit seinen Mitstreitern Matthias Dichtl und Georg Scholler erneut der Regierung von Niederbayern geschrieben. Die Bürgerinitiative (BI), die bereits 300 Unterstützer hat, kritisiert in dem Brief: "Der Eindruck, dass in diesem Fall verzögert und letztlich vertuscht werden soll, verstärkt sich in unseren Augen immer mehr." Den Behörde werfen sie "eine 13-jährige Untätigkeit" vor. Willmerdinger nennt ein Beispiel: "Es gibt einen Beschluss vom Verwaltungsgericht, wonach die Firma dicht gemacht werden muss. Der liegt im Landratsamt." Er vermutet: "Da ist jemand, der blockt."

Die BI will nun schriftlich, dass den Bürgern kein finanzieller Schaden entsteht. Sie will Fristen für STF und besteht auf die Einrichtung von Kontrollschächten.

Die Reaktionen

STF zeigt sich enttäuscht: "Es ist bezeichnend, dass statt die Bemühungen der STF-Gruppe anzuerkennen, nunmehr versucht wird, mit einem 13 Jahre alten – im Übrigen abgeschlossenen – Verfahren Stimmung gegen die STF Gruppe zu machen", schreibt Umweltingenieurin Anita Stadlbauer. Die Firma habe die Baulichkeiten fertig vom Voreigentümer übernommen, "von dem offenbar ungenehmigten Anschluss an das gemeindliche Kanalsystem war ihr nichts bekannt". Nach dem Vorfall am 19. März 2003, bei dem Kühlwasser in den Kanal gelangt sei, "ist der Gully unverzüglich verschlossen worden". Bei der STF Thermoform-Folien GmbH fallen laut Stadlbauer "keine gefährlichen Abfälle im Sinne des § 48 Kreislaufwirtschaftsgesetz" an. Die Firma verfüge zudem über sämtliche erforderlichen Genehmigungen.

Das Landratsamt weist die Vorwürfe zurück: "Wir haben in den letzten Jahren wiederholt Verfahren (Genehmigungsverfahren, Baueinstellungen etc.) bei der betroffenen Firma durchgeführt. Im Mai 2015 erfolgte sogar die Anordnung der Stilllegung." Der Bescheid dazu stütze sich in erster Linie auf Mängel beim Brandschutz. "Als sich aber frühzeitig abzeichnete, dass die Firma durch Sofortmaßnahmen das Thema in den Griff bekommen kann, hat das Landratsamt auf die Durchsetzung verzichtet." Es gebe bei STF "noch einige weitere offene Baustellen", heißt es aus dem Landratsamt. Um einen genehmigungsfähigen Zustand herbeizuführen, habe das Unternehmen bis Juli Zeit, alle Unterlagen einzureichen. "Der Firma ist nach unserer Einschätzung bewusst, dass das die letzte Frist ist. Bewegt sich nichts, ist die Stilllegung betroffener Betriebsteile die mögliche Konsequenz."

Den neuen Vorstoß der Bürgerinitiative habe er "zur Kenntnis genommen", sagt Aichas Bürgermeister Georg Hatzesberger, "ich möchte aber nicht zurück schauen, sondern an der aktuellen Situation in Ruhe arbeiten". Das tue die Gemeinde zusammen mit STF und allen Fachstellen.

Das Wasserwirtschaftsamt in Deggendorf teilt mit, dass Kontrollschächte nicht mehr nötig seien, weil die STF Recycling GmbH nach der Installation einer Wasserreinigungsanlage kein Produktionsabwasser mehr in den Kanal leite. Die Behörde empfiehlt aber die Versiegelung der Schmutzwasser- und Oberflächenwassereinleitungsstellen, "um künftig nicht genehmigte Einleitungen zu verhindern". Am 19. März 2003 habe das Wasserwirtschaftsamt den Störfall umgehend bei der Polizei gemeldet und sei somit seinen Pflichten nachgekommen. Für weitere Ermittlungen seien die Strafverfolgungsbehörden zuständig.

Die Strafanzeige

Nicht nur die Bürgerinitiative, auch der Bund Naturschutz im Landkreis wird wieder aktiv: Wie Vorsitzender Karl Haberzettl der PNP sagte, wird der BN in den nächsten Tagen durch Rechtsanwalt Thomas Tauer Strafanzeige wegen vorsätzlicher Gewässerverunreinigung bei der Staatsanwaltschaft Passau stellen. Schuldig mache man sich nicht nur durch aktives Tun, sondern auch durch Unterlassen, erklärt Tauer. Haberzettl erzählt, zuletzt hätten ihm mehrere anonyme Anrufer geschildert, "wie saumäßig es bei STF zugeht". Er vermutet, dass dies "von der Politik gedeckt" wurde, und hofft, dass die Staatsanwaltschaft nun die ganze Wahrheit ans Licht bringt, "unter anderen, wer die graue Eminenz im Hintergrund war".



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