Gewerbegebiet Rathsmannsdorf - ein Negativbeispiel

19 ha Wald und wertvolle Natur geopfert
Bei Regenfällen verschmutzen die untenliegenden Gewässer

Am 19.03.2015 wurde die Normenkontrollklage des Bund Naturschutzes beim 2. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes verhandelt. Es wird eine gütliche Einigung empfohlen.

19 ha wertvolle Natur in der Gemeinde Windorf  einem Gewerbegebiet geopfert, obwohl der Bedarf zweifelhaft erscheint

Bilder dazu auf der Hompage der Ortsgruppe des BN Vilshofen

In seiner Sitzung vom 31.01.2012 hat der Marktrat des Marktes Windorf die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Gewerbepark Rathsmannsdorf" beschlossen. Als Begründung wurde von der gemeinde angeführt, dass mehrere Unternehmer gemeinsam eine Art "Unternehmerdorf"  in Rahtsmannsdorf (Renholding) an der A3 errichten wollen. Die Gemeinde entschied sich für die Einleitung des Bauleitverfahrens, obwohl die Erklärung der Unternehemr sich dort ansiedeln zu wollen, über eine unverbindliche Absichtserklörung nicht hinausging.

Im laufenden Verfahren verloren vier der fünf Unternehmer das Interesse an einer Ansiedlung, weil sie sich über die Grundstückspreise nicht einigen konnten oder bereits andere Standorte ausgewählt hatten.

Tratzdem stellte die Marktgemeinde Windorf am 13.03.2013 mündlich einen Antrag auf die Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung für einen Kahlhieb auf einer Fläche von über 19 ha. Am 14.03.2014 wurde - nach Genehmigung durch die obere Naturschutzbehörde - bereits mit der Fällung der Bäume begonnen zur Baufeldfreimachung begonnen und am Folgetag abgeschlossen.

Die Einwände von Bürgern und Bund Naturschutz wurden nicht gehört und die Maßnahmen fortgesetzt mit der Begründung, die Notwendigkeit der Überbauung geschehe aus Gründen des überwiegend öffentlichen Interesses.

Mit großem maschinellen Aufwand ist die Fläche nun "umgeackert" und aufgrund des ungünstigen Profiles tauchen immer neue Probleme auf, unter anderem mit der Ableitung des Oberflächenwassers - ist das Hochwasser 2013 schon wieder vergessen??

Die Frage des Bedarfes darf angezweifelt werden.

Es bleibt ein Negativbeispiel für Naturzerstörung und unnötigen Flächenverbrauch im Kampf um Gewerbeansiedlungen. Ob dafür je ein Cent Gewerbesteuer in die Gemeindekasse gespült wird bleibt zweifelhaft, noch schlimmer, es könnte eine Belastung für die Gemeindehaushalte der nächsten Jahre daraus werden.

Hier ein Link zum aktuellen Presseartikel "Wassersorgen in Rathsmannsdorf" der PNP vom 06.08.2014

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