Quelle: Bayerischeres Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz http://www.stmuv.bayern.de/themen/boden/flaechensparen/pic/entwick_flaeche_einwo.jpg

Anetseder und Co streben offensichtlich an, das Gesicht der Heimat zu entstellen.

"Lügen werden nicht wahr, nur weil sie ständig wiederholt werden. Sie werden zur lästigen Gewohnheit." Damit beschreibt BN-Kreisvorsitzender Karl Haberzettl die oftmaligen Versuche von L. Anetseder, seine zerstörerischen Straßenwünsche zu rechtfertigen. Nordtangente, Autobahnzubringer, Donaubrücke mit Tunnel in die Flussleiten – unter diesen Schlagworten präsentiere der einstige Landwirt mit seiner Schar unentwegter Straßenbauer den Flächenfraß in unserer Heimat. BN-Stellvertreter Thomas Tauer stellt in seiner Analyse fest: „Der einstige Hofbesitzer mag keinen Bezug zur Landwirtschaft mehr haben. Jetzt will er unseren Bauern das Wirtschaften schwer machen.“ Tauer ruft in Erinnerung: „Die Trassenpläne richten sich direkt gegen die Existenzgrundlage der Landwirte, die im schwierigen Marktumfeld hochwertige Futter- und Nahrungsmittel produzieren, Gewässerschutz betreiben, die Erosion bekämpfen und für unsere Grundwasservorräte sorgen.“ Mit EUMitteln des ELER-Programms machten sich einige Bauern um den Erhalt der Artenvielfalt verdient, berichtet Andreas Pontz aus Begehungen im Wegscheider Land. „Sie kommen einem wichtigen Ziel der bayerischen Biodiversitätsstrategie nach.“

Politik gegen die bäuerlichen Betriebe

Die Aktivitäten von Zweckverbandsräten wie Franz Meyer, Josef Lamperstorfer und Hermann Baumann bringen nach Einschätzung des BN-Kreisvorstands mit sich, dass die Bauern um ihre Wirtschaftsgrundlage, um den Boden gebracht werden. Franz Meyer scheue keine Mühen, in München hohe Förderraten für flächenfressende Trassenbauten zu organisieren. Landwirte wie Josef Stemplinger verlieren deshalb den Blick dafür, dass sie mit ihrem Abstimmungsverhalten als Kreisräte dem eigenen Stand zusätzliche Schwierigkeiten bereiten. Die Bauernverbandsfunktionäre Ludwig Danner und Hans Koller wollten oder könnten sich aber nicht zu einer klaren Ablehnung derartiger Politik entschließen, muss Haberzettl aus seiner langjährigen Erfahrung feststellen. Dabei könnte ein Blick auf die Zahlen endlich zur Einsicht führen: Siedlungs- und Verkehrsflächen nehmen in Bayern weitaus stärker zu als die Bevölkerung (vgl. Grafik). „Anetseder und Co streben offensichtlich an, das Gesicht der Heimat zu entstellen.“ Dabei machen die jüngsten Firmenerweiterungen in Jahrdorf deutlich, dass im gegenwärtigen Straßennetz sehr wohl Umsatz und Gewinn steigen.

Verkehrssicherheit für alle

Das häufig strapazierte Argument der Verkehrssicherheit werde gerade bei der Umfahrung Hundsdorf konterkariert, führt Martin Ziegler, Verkehrsreferent im BN-Vorstand aus. Konnten die Hundsdorfer Kinder früher ohne oder mit einer Straßenquerung zur Schule kommen, müssen sie bei der jetzigen Kreuzung mehrere Straßenäste und Einmündungen passieren. „Angesichts dieser Risiken werden die Eltern wohl ihre Schützlinge mit dem Auto in die Schule bringen“, vermutet Ziegler. Zusätzlicher Verkehr sei vorprogrammiert. Herr Wufka vom Staatlichen Bauamt verengt Verkehrssicherheit auf die Fahrer mit hoher Geschwindigkeit. „Die Thyrnauer leiden unter den Auto- und Motorradfahrern, die mit Lärm und hohem Tempo den Anwohnern nachts den Schlaf rauben.“ Die Strecke lade zu Geschwindigkeitsüberschreitungen ein. „Wir dürfen nicht vergessen, mit welcher Kostensteigerung das Projekt durchgezogen wurde.“ Am damaligen Regenwetter allein liege die Zunahme nicht. Vielmehr sei dem Projekt ohne Beschleunigungsstreifen seinerzeit mit errechneten 6 Mio € Kosten das Baurecht verschafft worden, während nach Fertigstellung nun beidseits Beschleunigungsstreifen vorhanden sind. Eher deshalb seien die hohen Kosten auf 10 Mio € hochgeschnellt. Ob aber mit realistischen Zahlen diese Variante Baurecht erhalten hätte, ist nach Einschätzung Zieglers äußerst fraglich. Und Haberzettl: „Wenn wir so weitermachen, dann habe ich berechtigte Angst um unsere Heimat“.

Bildtext: Die Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche verläuft deutlich steiler nach oben als die Einwohner-Entwicklung. Während die Siedlungs- und Verkehrsflächen im Zeitraum 1980-2014 um 49 % zunahmen, stieg die Einwohnerzahl in dieser Zeit nur um 15 %. Gründe hierfür sind die Ausweisung von Bauland in Gebieten mit Bevölkerungsrückgang, die Zunahme der Einpersonenhaushalte und der Bau von Gewerbe- und Verkehrsflächen.