➥ Pressemitteilung vom 19.07.2017 zum Flächenverbrauch

"Anetseder und Co streben offensichtlich an, das Gesicht der Heimat zu entstellen."



Bayerisches Fernsehen - quer - Flächenverbrauch in Bayern!

Versiegeltes Land

Söder und der Flächenfraß

Karl Haberzettl zum Flächenverbrauch bei Gewerbegebieten. Flächenfraß in Windorf. Die Folgen des Bayerischen Landesentwicklungsprogramms zerstören wertvolles Ackerland, Wälder und damit unsere Heimat.


So nicht! Auch wir haben Hirn!

Oh Herr, ein Wunder ist geschehen! Unsere Heimat hat sich von heute auf morgen quasi um ein Drittel vergrößert! Nein, es handelt sich nicht um einen Aprilscherz!

In diesen Tagen beschert uns der Umweltbericht des Landesamts für Umwelt (LfU) schlechte Laune! Das neue Berechnungssystem des LfUs lässt den immensen Flächenverbrauch in Bayern durch Großbaustellen beim Straßenbau, Gewerbegebiete und Wohnungsbau auf wundersame Weise um ein Drittel schrumpfen! Also: alles nicht so tragisch, uns geht es gut.

So werden neuerdings, um die Zahlen zu beschönigen, unter anderem die Grünstreifen an Autobahnen (und vieles andere) herausgerechnet, also quasi der Natur „zurückgerechnet“. Auf diese doch recht merkwürdige Methode wird plötzlich weniger Fläche verbraucht als je zuvor. Wir rechnen einfach so lange rauf und runter bis die Zahlen passen und somit keine sonderlichen Bedenken mehr festzumachen sind. Uns dreht sich gemeinschaftlich der Magen um. Fruchtbare Böden? Gesunde Wälder? Natürliche, lebenswichtige Filter für unser Trinkwasser? Alles nicht so schlimm?

Uns scheint, als hätte das LfU die Bedeutung der Natur nicht verstanden.

Zur Auffrischung:

Grünstreifen, welche beim Straßen- und Wegebau angelegt werden, werden künstlich, also von Menschenhand nachträglich aufgebaut. Durch den schweren Maschinenpark beim Straßenbau (und nicht nur hier) werden die Böden für gewöhnlich immens verdichtet und verursachen so größte Schäden. Die Regeneration eines solchen Bodens ist ohne menschliches Zutun gar nicht mehr möglich, die Böden würden in kürzester Zeit versanden. Durch Neubegrünung scheinen die Schäden vergessen. Jedoch benötigt ein solcher Boden in freier Natur rund 2000 Jahre um sich völlig zu regenerieren! Durch die Versiegelung der Böden sterben Organismen, die den Boden normalerweise auflockern, in Massen ab. Wichtige Lebensraums-, Regelungs- und Produktionsfunktionen gehen unwiederbringlich verloren. Je intensiver die Veränderungen der ursprünglichen Natur sind, desto verheerender sind die ökologischen Folgen.

Selbst in angelegten Grünstreifen – zur Erinnerung: es handelt sich dabei um die Flächen, die neuerdings aus dem Flächenverbrauch herausgerechnet werden – zerfällt die eigentliche Bodenstruktur und damit der native Humus.

Feinstaub in Randstreifen. Ist das Natur?

Und jetzt kommen wir an einen Punkt, der selbst unbedarften Kindern einleuchtet. Wie kann man die Randstreifen an vielbefahrenen Straßen (Autobahnen) der Natur zuschreiben? Wie ist es möglich, Böden, welche großflächig durch Autoabgase und Abrieb, also durch Feinstaub, Stickstoffverbindungen und viele weitere Toxine verseucht sind und als höchst gesundheitsgefährdend gelten, wie kann man diese Böden aus dem Flächenverbrauch nehmen und der Natur zurückrechnen? Diese Grünstreifen sollten eher täglich aufs Neue entsorgt werden müssen, da die Giftstoffe durch Regen ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen!

Aufgeforstete Randstreifen benötigen mindestens 15 bis 20 Jahre, um ausreichend Lebensraum und Schutz für Bodentiere und Vögel zu bieten. Da es aber geradezu eine Lieblingsbeschäftigung der landesweiten und kommunalen Bauämter zu sein scheint, in den letzten Tagen eines jeden meteorologischen Winters Kahlschläge durchzuführen - ohne Kenntnis über und ohne jegliche Rücksicht auf die Begebenheiten der jeweiligen Pflanzen und der dort lebenden Tiere -, kann doch kein gewissenhafter Verantwortlicher diese abwegige Rechenaktionen als ernst erachten?

Liebes LfU, verstehen Sie uns nicht falsch, vielleicht fehlt uns Naturschützern einfach das nötige Verständnis.

Was wir Menschen brauchen ist Natur, dazu gehören natürliche Wasserspeicher, damit unsere Böden nicht noch mehr auslaugen und austrocknen, denn der Klimawandel ist Realität! Wir müssen Wälder, Waldböden, Feuchtwiesen, Kräuterwiesen, Böden generell, Obstbauwiesen, Moore und Sümpfe erhalten, denn sie sind Klimaretter. Sie binden gefährliche Treibhausgase. Wir hätten noch die Zeit um ein Gleichgewicht wieder herzustellen. Die Natur in unserer Heimat benötigt einen starken Arm – keine ergebnisorientierten Schönrechner!


Mit dieser Methode spielen Sie Bayerns Heimatminister Markus Söder doch gerade in die Karten! Diese Vorgehensweise begünstigt regelrecht seine Absichten mehr Gewerbeflächen auszuweisen, denn genau dadurch können mehr Flächen verbraten werden  -  man staune - ohne jeglichen Verlust für Natur und Landwirtschaft!

 

 


Flächenverbrauch und Siedlungsentwicklung

Eine Podiumsdiskussion der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) und Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis in Neukirchen vorm Wald:

Alle Teilnehmer bekennen sich zu einem verantwortungsvollen Handeln  beim Verbrauch der begrenzten Ressource "Fläche" - doch wo bleibt das Handeln ???

BN-Kreisvorsitzender Karl Haberzettl griff Heimatminister Markus Söder an, der mit dem Zielabweichungsgesetz Bauen im Außenbereich noch erleichtere. An die Adresse des BBV richtete Haberzettl die Botschaft: "Nicht gegen Ausgleichsflächen wenden, die nötig seien, um das Artensterben zu stoppen, sondern gegen deren Ursache".
Der Kreisvorsitzende fordert bei der Gewerbesteuer ansetzen, deren Verteilung und Erhebung ändern, um den ,Flächenkannibalismus’ zu stoppen".
"Auch der Schwachsinn, Discounter auf der grünen Wiese anzusiedeln, muss aufhören."

Ein Bericht dazu in der PNP vom 23.05.2015

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Ein interessanter Film der Kreisgruppe Landsberg, der das Thema Flächenverbrauch aufgreift: Es piept immer mehr an den Kassen statt in der Natur

"Ja, das möchste: Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse, vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße; mit schöner Aussicht, ländlich mondän, vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn - aber abends zum Kino hast du´s nicht weit."  Kurt Tucholsky

Nicht der Bund Naturschutz und auch nicht der amtliche Naturschutz sind Schuld daran, dass zum Beispiel für den Kiebitz 30 Hektar Ausgleichsfläche geschaffen werden müssen, sondern ganz einfach der Neubau der Autobahn A 94.

Einige aktuelle Presseartikel der PNP zum Schlagabtausch zum Thema Flächenverbrauch:

Und hier folgt einiges weiteres zum Thema Flächenfrass:

 

Zum Pressebericht in der PNP v. 04.06.2014

 Am 29.07.2003 haben Umwelt- und Innenministerium gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden sowie 23 weiteren Partnern das Bündnis zum Flächensparen ins Leben gerufen. In einer Gemeinsamen Erklärung haben sich die Partner verpflichtet, zu einer deutlichen Reduzierung des Flächenverbrauchs beizutragen. 

Leider fehlen der klaren Absichtserklärung, die nötigen Handlungen. Weitere Infos dazu ausführlich auf der Homepage des Bund Naturschutz in Bayern

Von manchen Vertretern der Landwirtschaft und auch einigen Politikern wird gerne der Flächenverbrauch der Ausgleichsflächenregelung angelastet. Dazu die Fakten vom Vorsitzenden der Kreisgruppe Passau, Karl Haberzettl

Hier noch 2 schriftliche Anfragen des MdL Dr. Christian Magerl (Bündnis90/Die Grüne), auch Kreisgruppenvorsitzender des Bund Naturschutzes in Freising:

Schriftliche Anfrage vom 10.11.2011 betreffend Ausgleich- und Ersatzflächen in Bayern.

Schriftliche Anfrage vom 23.03.2011 zum Flächenverbrauch in Bayern.

Schlussendlich die Daten zu Flächen in Bayern im Excel-Format

Weiteres zum Thema auf der Homepage des Landesverbandes