Der BN Passau leidet mit den Milchbauern.

Bund Naturschutz Passau leidet mit den Milchbauern

Auch Karl Haberzettl, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Passau, solidarisiert sich mit den Protesten der Milchbauern.

Milchproduktion an Bedarf in Europa anpassen!

Der BUND Naturschutz solidarisiert sich mit den berechtigten Protesten der Milchbauern, die derzeit vor dem Büro von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Neustadt Aisch demonstrieren. Statt Feigenblatt-Almosen wie die von EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan und  Schmidt  angedachten Liquiditätskredite fordert der BUND Naturschutz  eine europaweite Mengenbegrenzung der Milchproduktion.

„Unsere Milchbauern sichern die für den Natur-, Klima- und Bodenschutz so wichtigen Wiesen und Weiden, denn Kühe können aus Wiesengras und auch Kleegras vom Acker wertvolle Milch erzeugen“, so Karl Haberzettl  BN Kreisvorsitzender aus Passau .„Milch darf nicht zu Weltmarktpreisen verramscht werden. Haberzettl: "die Dumpingpreise würden  durch Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA, dass von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt immer noch befürwortet wird,  umso stärker unter Druck kommen“ .

Über Straf- und Bonuszahlungen unter öffentlicher Aufsicht könne die Milchmenge erfolgreich reguliert werden. Direkte Zahlungen an die Landwirte könnten nur eine vorrübergehende Notmaßnahme sein, die jetzt endlich von einem politischen Konzept zur Reduzierung der Milchmenge über eine bedarfsgerechte Mengensteuerung abgelöst werden muss. Eine Koppelung der Notzahlungen an Tierwohlkriterien lehnt der BN ab, denn das träfe gerade die kleineren Betriebe, die ihre Haltung erst noch umbauen müssen. Einen Aufschlag für Betriebe mit Weidehaltung oder einer Milchleistung unter 7000 Liter pro Kuh und Jahr hält der BN dahingegen für zielführend. Bei einem Milchpreis von unter 20 Cent sei der Kraftfuttereinsatz immer weniger rentabel.

Diese Art der Politik ist nicht verantwortbar. Lesen Sie hier die offizielle Pressemitteilung des BN zum Download.

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02.04.2012 - Die schönsten (artenreichsten) Bauernwiesen in den Landkreisen Passau und Freyung gesucht. Bewerbungsfrist für „die schönste Blumenwiese“ läuft bis zum 30. April 2012.

Die schönsten (artenreichsten) Bauernwiesen in den
Landkreisen Passau und Freyung gesucht.

Bewerbungsfrist für
„die schönste Blumenwiese“ läuft bis zum 30. April 2012

Näheres dazu im Infoblatt

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15.03..2012 - PNP - Leserbrief zum Bericht "Landwirte wehren sich gegen Antibiotika-Vorwürfe" vom 7. März:

Selber handeln

Zum Bericht "Landwirte wehren sich gegen Antibiotika-Vorwürfe" vom 7. März:

  "Was kann der Bund Naturschutz dafür, dass in NordrheinWestfalen 96 % der Masthähnchen (in Niedersachsen 82 %) Antibiotikarückstände aufweisen und in Deutschland 900 Tonnen Antibiotika an Tiere verabreicht werden. Außerdem wurden bei Masthähnchen Antibiotika-resistente Keime nachgewiesen. Angesichts dieser Missstände wäre es für die Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft der CSU sinnvoller, sich darüber Gedanken zu machen, wie der Einsatz von Antibiotika verringert werden kann. Wir Landwirte brauchen uns nicht über den Bund Naturschutz ärgern, der diese Problematik in der allgemeinen Presse aufgegriffen hat. Wir sollten selbst weiterhin versuchen in der bäuerlichen, Landwirtschaft rückstandsfreie Nahrungsmittel zu erzeugen.

Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen müssen von der Politik eingefordert werden. Der Bund Naturschutz unterstützt uns in seiner Arbeit dabei besser als mancher Berufsstandsvertreter."

Karl Tutsch, Fürstenzell

hier der zugehörige Artikel:

07.03.2012
Landwirte wehren sich gegen Antibiotika-Vorwürfe

Treffen der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AGL) der CSU − Mandatsträger stellen sich den Sorgen der Bauern

 

Von Franz Stangl

Gespräch über die Landwirtschaft: Gerhard Waschler (v.r.), Landrat Franz Meyer, MdL Walter Taubeneder, MdL Konrad Kobler, AGL-Kreisvorsitzende Cornelia Wasner-Sommer, Staatssekretär Andreas Scheuer und stv. AGL-Kreisvorsitzender Alois Wenninger.  − Foto: F. Stangl

Gespräch über die Landwirtschaft: Gerhard Waschler (v.r.), Landrat Franz Meyer, MdL Walter Taubeneder, MdL Konrad Kobler, AGL-Kreisvorsitzende Cornelia Wasner-Sommer, Staatssekretär Andreas Scheuer und stv. AGL-Kreisvorsitzender Alois Wenninger.  − Foto: F. Stangl

 Hundsdorf. Antibiotika, Solarförderung und Biber-Population waren Themen bei einem agrarpolitischen Gespräch der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AGL) der CSU im Kreisverband Passau.

 Kreisvorsitzende Cornelia Wasner-Sommer hatte dazu Staatssekretär Andreas Scheuer, die Landtagsabgeordneten Konrad Kobler und Walter Taubeneder, Landrat Franz Meyer sowie die Bezirksräte Horst Wipplinger und Hans Danner eingeladen, die sich die Probleme der Landwirte anhörten.

  "Eine Gesellschaft ohne Landwirtschaft wäre unvorstellbar", brach Kreisvorsitzende Cornelia Wasner-Sommer bei der Versammlung im Gasthof Koller in Hundsdorf eine Lanze für die Bauern. Ein Thema waren Antibiotika und der Vorwurf, 96 Prozent der Tiere in der gesamten Mastperiode würden mit Antibiotika behandelt. Tatsache sei, "dass 3,6 Prozent der Betriebe keine Antibiotika einsetzen dürften. Davon leitet der Bund Naturschutz ab, dass automatisch die verbleibenden 96 Prozent der Betriebe Antibiotika einsetzen", ärgerte sich die Kreisvorsitzende. Dabei, so stellte sie richtig, griffen von diesen 96 Prozent der Betriebe etwa 30 bis 40 Prozent nur im akuten Krankheitsfall zur Spritze.

 Zur vehementen Forderung der Grünen, wonach nach dem Dispensierrecht die Tierärzte keine Hausapotheke mehr haben dürften, erklärte Cornelia Wasner-Sommer, dass dies für die regionale Landwirtschaft mit den kleineren Betrieben eine Katastrophe wäre, weil damit eine tierschutzgerechte und tierärztliche Versorgung nicht mehr gewährleistet sei. Und noch etwas stellte die AGL-Kreisvorsitzende unter dem Beifall der Mandatsträger fest: "Die bayerische Landwirtschaft braucht dringendst den Euro, denn über 60 Prozent der bayerischen Exporte gehen in das europäische Ausland." Als Beispiel nannte sie den italienischen Markt, ohne den viele Milchvieh-Betriebe in der Region sofort schließen müssten.

  Breiten Raum nahm bei der Diskussion auch die Solarförderung ein, "die", so entrüstete sich MdL Konrad Kobler, "nun in einer Nacht- und Nebelaktion und für die Solar- und Elektrobranche völlig unvorbereitet um 30 Prozent gekürzt werden soll." Gleichzeitig verwies er auf einen dicken Stapel von Schreiben wütender Investoren und Betriebe, die darin aufgrund bereits bestehender, aber wegen der derzeitigen Schnee- und Witterungsverhältnisse nicht zu erfüllender Verträge Verluste in unvorstellbarem Maße sehen. Während dazu auch Landrat Franz Meyer ein hohes Maß an Vertrauen und Verlässlichkeit sowie längere Fristen für diese geplanten Kürzungen einforderte, zeigte MdB Andreas Scheuer Verständnis dafür − auch wegen der Verantwortung gegenüber der Masse von Stromabnehmern, die über das "Erneuerbare-Energie-Gesetz" diese Förderung durch höhere Strompreise finanzieren würden.

  Ein weiteres Thema waren die inzwischen über 25 000 Biber in Bayern, die von den Gewässern 1. und 2. Ordnung längst zu Gewässern 3. Ordnung, also zu Bächen und Gräben, ausgewichen seien und dort große Schäden verursachten. "Dort haben sie nichts zu suchen", war die einhellige Meinung der Versammlung. Gleichzeitig wurde auch eine deutliche Bestandsregulierung gefordert.

 Die Bayerische Staatsregierung, so MdL Walter Taubeneder, habe die Biber-Entschädigung zwar inzwischen von 250 000 auf 350 000 Euro jährlich angehoben, angesichts der gemeldeten Schäden allein im Landkreis Passau von zuletzt 44 000 Euro im vergangenen Jahr, so Landrat Franz Meyer, sei dies immer noch deutlich zu gering. Gleichzeitig rief der Landrat dazu auf, bei Biberschäden sofort den Biber-Berater einzuschalten und die Schäden über die Gemeinde zu melden.

 Weitere Themen waren der Mais-Anbau und die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, die Ernährungsbildung auf schulischen Ebenen, für die sich vor allem Centa Stadler und MdL Walter Taubeneder stark machten, der hohe Flächenverbrauch durch oft überzogen geforderte Ausgleichsflächen, der Bürokratie-Abbau vor allem auch in der Landwirtschaft, eine dringend eingeforderte Agrarreform oder auch das Thema der Vorrangflächen, auf denen die Natur Vorrang hat vor anderen Nutzungen.

 

 

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07.02.2012 - Bayerisches Agrarbündnis zieht Bilanz

Das Bayerische Agrarbündnis zieht Bilanz in einer Pressemitteilung

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Wie Bienen unsere gentechnikfreie Ernährung sichern

Flleißig, Fleißig

In der Natur+Umwelt Ausgabe 1-2012 gibts interessante Infos zu den Themen:

- Bienen und Imker sichern unsere Ernährung

- Jetzt schützen sie uns sogar vor Gentechnik

Hier der Link zum Artikel

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Nationalparkzeitung 2/2011: Hat die Honigbiene eine Zukunft?

In der Zeitschrift Nationalpark 2/2011 ist ein Artikel über das Thema Landwirtschaft und Bienen erschienen.

Hat die Honigbiene noch eine Zukunft?

Ohne Änderung der Agrarpolitik wohl kaum!


Der Autor Matthias Rühl ist seit 40 Jahren Hobby-Imker und Kreisvorstand der Imker im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Nach einer Lehre als Landschaftsgärtner und einem Studium der Raumplanung arbeitet er seit 1992 als selbständiger Stadtplaner.

Hier der Link zum Artikel

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Forscher warnt: Gentechnik bedroht US-Landwirtschaft

In der Zeitschrift top agrar Östereich, Das Magazin für moderne Landwirtschaft, ist hierzu ein interessanter Artikel erschienen. Hier der Link

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Mitschrift Infoveranstalltung Bauernverband

Infoveranstltung des Bayerischen Bauernverbandes in Rathsmannsdorf-Windorf am 16.12.2010 zum Thema

Fachgespräch Schädlinge im Maisanbau
Drahtwurm und Westlicher Maiswurzelbohrer

Zusammenfassung aus der Mitschrift von Erich Wurstbauer (BN KV- Passau u. Imker) und Martin Stockmeier (BN KV- Passau und Imker) anlässlich der Fachgespräche „Schädlinge im Maisanbau“ des Bayerischen Bauernverbandes am Donnerstag, 16. Dezember 2010.


Leider sind wir des Steno nicht mächtig, deshalb zeigt diese Niederschrift nur eine Tendenz, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


1. Der Vortrag von Frau Carolin Bögel, LfL Bayern, Freising zum Thema:
Der Westliche Maiswurzelbohrer auf dem Vormarsch in Bayern – Ausbreitungs- und Befallssituation.

Frau Bögel arbeitet am Institut für Pflanzenschutz und ist zuständig u.a. auch für die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers.
In dem Vortrag wurde der Umfang des Monitorings in Bayern (Anfang Juni bis Ende September) in den Befallsgebieten beschrieben.
Im Verhältnis zu anderen Ländern wie Italien und Ungarn wurden in Bayern noch relativ wenige Käfer des Maiswurzelbohrers gefangen.
Deshalb sind die bereits eingeführten Maßnahmen sehr wirkungsvoll, um die Zunahme des Schädlings zu stoppen.
Nach der Beschreibung der Allgemeinverfügung mit der Fruchtfolgeregelung und dem Zähljahr, welche besagt, dass Mais in drei aufeinanderfolgenden Jahren nur zweimal auf einem Schlag angebaut werden darf, kam Frau Bögel zu folgendem Ergebnis:
Die wirksamste Bekämpfungsmaßnahme gegen den Maiswurzelbohrer ist die oben beschriebene Fruchtfolge!


2. Der Vortrag von Dr. Peter Baufeld , JKI Braunschweig, bezog sich auf:
„Aktuelle Verbreitungssituation des westlichen Maiswurzelbohrers in Europa und Deutschland“.

Deutschland befolgt zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers eine 3-Säulen- Strategie:
a. Ausrottung
b. Eingrenzung
c. Unterdrückung
Im Monitoring wurden in Deutschland im Jahr 2007- 591 Käfer, 2009- 318 Käfer und 2010- 495 Käfer gefangen.
Interessant ist die Befallssituation in Europa:
Frankreich:
Bisher wurde totale Ausrottungsstrategie chemisch (Cruiser) verfolgt, geht aber jetzt in Richtung Eingrenzung mit Fruchtfolge
Schweiz:
Fruchtfolge funktioniert, keine chem. Maßnahmen. Einschleppung hauptsächlich in das Tessin aus Italien.
Österreich:
Hohe Belastungen im Osten (Burgenland)- Populationsdruck aus Ungarn.
Maßnahme: Beize und Fruchtfolge (mit Ausnahmen)
Tschechien:
Populationsdruck aus dem Osten, Eingrenzungsmaßnahmen erfolgreich mit Fruchtfolge.
Polen:
Reagierte sehr spät auf den Käfer, die Maßnahmen der Eingrenzung greifen, weil aufgrund der Begrenzungsstrategien in Tschechien und Deutschland wenige Käfer nach Polen aus dieser Richtung kommen.
Italien:
(katastrophal!) bis vor kurzem keine Bekämpfungsstrategie.
Hohe Befallsdichte im Norden Italiens (Lombardei- Gardasee um den Bezirk Brescia). Als Maßnahmen - Spritzung und Beizen (Neonikotinoide) mit dem Ergebnis des massenhaften Bienensterbens. Daraufhin Verbot der Beizen.
Käferpopulation ist gewaltig. Funde bis zu 2,4 Mio Käfer/ha sind keine Seltenheit, deshalb wird Italien auch als Hauptverursacher der Einschleppung des Käfers nach Deutschland gesehen.
Die Forderung des BBV, z.B. eine Einfuhrkontrolle an den Grenzübergängen oder das Verbot von gelben LKW- Planen werden von den Behörden leider als wenig praktikabel angesehen.
Zusätzliche Informationen:
- Käfer entwickelt sich in 3 Larvenstadien.
L1 ist sehr empfindlich gegenüber Trockenheit oder Überschwemmungen.
L2 und L3 weniger empfindlich, hält auch unter Laborbedingungen 4 Tage
unter Wasser aus (vermutlich reicht Sauerstoff in Wurzel –
Überlebenschance ist aber sehr abhängig vom Larvenstadium).
- Als Wirtspflanze ist auch Miscanthus (Chinaschilf) unter Laborbedingungen
eingeschränkt geeignet. Dass in der Praxis das Chinaschilf für den Käfer
attraktiv ist, wird jedoch angezweifelt.
- Getreide als Wirtspflanze nur in Notsituation und dann nur Jungpflanzen.
Unter deutschen Verhältnissen kein Problem. Die Larve verhungert an
den älteren Pflanzen.
- Käfer fliegt potentiell bis zu 24 km
- Hirse könnte ein Problem werden - bis zu 50% der Käfer können auf der
Hirse überleben (Labor). Wobei die Borstenhirse das Hauptproblem
darstellt, weil sie resistent gegen Herbizide ist. Hühnerhirse kann gut
bekämpft werden.
- Quecken sind evtl. auch geeignet dem Maiswurzelbohrer als
Übergangsnahrungsquelle zu dienen.
- 2- keimblättrige Pflanzen sind in der Regel als Wirtspflanzen nicht
geeignet.
- Mit Kalkstickstoff ist bisher noch kein durchschlagender Erfolg geglückt
- Bodenbearbeitung im Herbst (mind. 30 cm tiefes Pflügen) kann den Befall
verringern.
Fazit aus dem Vortrag von Dr. Baufeld:
Die Population des Maiswurzelbohrers kann nur mit Fruchtfolge (2x Mais in 3 Jahren) stabil auf geringem Niveau gehalten werden!
Fruchtwechsel 1x Mais aussetzen bringt 96% Wirksamkeit; 1 x Mais aussetzen kann Käferpopulation stabil halten
Möglicherweise kann im Befallsjahr auf die Bekämpfung verzichtet werden.
Forschungsprogramm soll evtl. Erkenntnisse bringen, ob 3x Mais möglich ist (Forderung der Landwirte!!)


3. Vortrag Dipl.-Ing Kurt Foltin, AGRO DS Österreich zum Thema:
Der Maiswurzelbohrer in Befallsgebieten:

- Ausbreitung in Österreich trotz Eindämmungsmaßnahmen
- Erfahrungen zur Wirksamkeit verschiedener Bekämpfungsverfahren
Es herrschten italienische Verhältnisse im östlichen Burgenland.
Inzwischen ist auch Oberösterreich zum Befallsgebiet erklärt worden.
Monitoring in Österreich:
In den Kontrollpunkten stiegen die Funde von 1,29 Käfer/ Kontrollpunkt im Jahr 2003 auf 101,7 Käfer/ Kontrollpunkt im Jahr 2010.
Trotz stringenter Maßnahmen, wie Fruchtfolge (freiwillig) und Beizung war es nicht möglich den Populationsanstieg des Käfers zu stoppen.
Derzeitige Maßnahmen Fruchtfolge mit Ausnahme bei Betrieben, wo die Fruchtfolge (angeblich) nicht möglich ist, wie bei Tierfütterung ausschließlich mit Mais oder bei Biogasanlagen.
In der Steiermark wird oftmals der Ölkürbis in Fruchtfolge mit dem Mais angebaut. Hier wurde festgestellt, dass der Maiswurzelbohrer speziell den Pollen des Ölkürbis besonders liebt.
Es gibt einen Genpool aus alten europäischen Maissorten, die eine gute Toleranz gegenüber dem Schädling haben!
AGRO DS führte umfangreiche Versuche in Ungarn durch. Dabei wurden die verschiedenen chemischen Bekämpfungsmittel auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.
Ergebnis:
Beizen mit einem Wirkungsgrad von durchschnittlich 20%, unter günstigsten Voraussetzungen - bestenfalls 50%, stehen jedoch in keinem Verhältnis zum verursachten Bienensterben!
Einmal Fruchtfolge in drei Jahren mit Weizen hat im Gegenzug einen Wirkungsgrad gegen den Schädling von 90 %.
Bekämpfungsmaßnahmen ohne Fruchtfolge werden nicht funktionieren!
Allerdings ist in Österreich die Chemielobby sehr stark, so dass zu befürchten ist, dass gegenüber dem einfachen Verfahren mit der Fruchtfolge der Chemiekeule der Vorzug gegeben wird!

4 LD Johann Rosenberger, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten- Passau mit dem Thema: Drahtwurm im Mais:
Qualitätseinbußen und Totalschäden- Befallsituation in Bayern und Niederbayern.
Begründet mit dem erforderlichen Fruchtwechsel müssen immer mehr Wiesen zu Maisfeldern umgebrochen werden.
Hier zeigte Hr. Rosenberger erschreckende Bilder aus Breitenberg von durch den Drahtwurm geschädigten Maisfeldern.
Auf meine Anfrage hin, ob es sich bei den gezeigten Bildern um Wiesenumbrüche handelt, verneinte Hr. Rosenberger dies und erklärte uns, dass eigentlich die genauen Ursachen des enormen Anstieges der Drahtwurmpopulation auf diesen Feldern nicht genau geklärt sind.
Diese Bilder seien nur Beispiele dafür, wie der Drahtwurm Maisfelder schädigen könne.
Diese Bilder zeigten auch unsere beiden Abgeordneten Herrn Kobler und Herrn Scheuer die sich gemeinsam mit dem BBV im Frühjahr mit einer Drahtwurmkampagne für die Wiederzulassung der Maisbeize einsetzten.
Beim Drahtwurm, einem Schnellkäfer, dominieren bei uns „leider“ die langlebigen Arten, wie Agriotes lineatus, A. obscurus und A. sputator.
Während die kurzlebigen Arten mehr in den südlichen Ländern auftreten.
Die Entwicklungszyklen beginnen analog zum Wurzelbohrer und dauern vom Ei bis über verschiedene Larvenstadien bis zum adulten Käfer drei bis fünf Jahre
Das Ei und die jungen Larven sind am empfindlichsten.
An den feuchten Stellen im Feld/ Wiese sind die meisten Drahtwürmer zu finden. An den trockensten Stellen treten die meisten Schäden auf.
Der adulte Schnellkäfer fliegt nicht weit und bewegt sich meistens zu Fuß.
Für die Bekämpfung des Drahtwurms hat man als Notzulassung das Clothianidin- Präparat „Santana“ zugelassen.
Der BBV fordert ferner die Zulassung für 120 Tage auch im Jahr 2011 und will dabei die Wirkstoffmenge erhöhen.
Es wurde von einem Teilnehmer aus Rosenheim eine noch laufende Diplomarbeit aus Triesdorf erwähnt, in der auf gute Erfolge der Drahtwurmbekämpfung mit Kalkstickstoff verwiesen wird.
Von einem Teilnehmer wurde die Einwanderung der Drahtwürmer vom Feldrand (z.B. Strasse) her angesprochen. Als Gegenmaßnahme wird die Feldrainhygiene vom Landwirtschaftsamt empfohlen - d.h. rechtzeitiges Schlegeln der Feldränder.
Wie lässt sich diese behördlich empfohlene Bekämpfungsmaßnahme mit den staatl. geförderten Blühflächenprojekten (z.B. „Blühendes Passauer Land“ u.ä.) vereinbaren?


5. Dr. Rolf Forster, Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig zum Thema: Sachstand der Zulassung von Pflanzenschutzmittel zur Schädlingsbekämpfung in Mais.
Dieser Vortrag ist leider ausgefallen, allerdings hat Hr. Forster laut Herrn Heidl (BBV Bezirkspräsident in Niederbayern) telefonisch signalisiert, dass „Santana“ auch 2011 wieder zugelassen wird.


6.  Prof. Dr. Ralf-Udo Ehlers, Institut für Phytopathologie, Christian-Albrechts-Universität, Kiel zum Thema: Einsatz entomopathogener Nematoden zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrer – Heute schon eine Möglichkeit für die Praxis?
Bestimmte Nematoden (Fadenwürmer) werden im biologischen Pflanzenschutz gegen Schädlinge eingesetzt.
Bereits 95% der Baumschulen arbeiten mit Hilfe von Nematoden zur Bekämpfung des Dickmaulrüsslers und des Engerlings.
In Zusammenarbeit mit der Uni Kiel produziert die Fa. „e~nem“ diese Fadenwürmer massenweise in Fermenter.
Der Wirkungsgrad der Fadenwürmer gegen den Maiswurzelbohrer unter Laborbedingungen liegt derzeit schon bei 80%.
Unter Praxisbedingungen wurden in Ungarn Feldversuche durchgeführt, wobei man Wirkungsgrade von 71% erreichte.
Das Problem ist die gezielte Ausbringung der Nematoden auf die Pflanzen.
Eine Flüssigkeitsapplikation in die Saatfläche benötigt etwa 200l Wasser/ha
Die Ausbringung als Granulat mit Granulatstreuern erwies sich problematisch, da das notwendigerweise feuchte Granulat die Düsen verstopfte.


7. Erkenntnis
Alle Referenten waren sich darüber einig, dass zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrer, bzw. der Stabilisierung des Befallsgrades nur die konsequente Fruchtfolge erfolgversprechend ist.
Weder Beize noch Spritzeinsätze könnten den Maiswurzelbohrer an seiner Ausbreitung hindern
Der BBV, bzw. die Mehrheit der anwesenden Landwirte stellten als Kern ihrer Forderung die freie Selbstbestimmung bei der Wahl der Bekämpfungsmaßnahmen (Beize, Spritzung, Bekämpfung erst bei höherem Befall ….usw.).
Ziel der Meinungsführer bei den anwesenden Landwirten ist es, an der bisherigen Praxis „Anbau von Mais auf Mais“ ohne staatl. Reglementierung festzuhalten.
Im Zusammenhang mit der Frage, ob die Beschaffung mit Clothianidin gebeizten Maissaatgutes aus Österreich möglich sei, bekam ich von einem Vertreter des Amtes für Landwirtschaft- und Forsten zur Antwort:
„Die Ausbringung von gebeizten Maissaatgutes ist zwar verboten, jedoch kann man sich Clothianidin- gebeiztes Saatgut aus Österreich problemlos beschaffen!“
Walter Heidl (Niederbayerischer Bezirkspräsident des BBV) lobte die einvernehmliche Zusammenarbeit mit den Imkerverbänden und verwies auf das erst kürzlich stattgefunden Treffen mit hochrangigen Verbandsvertretern der Imker in Bad Griesbach.
Erwähnenswert finde ich dabei, dass Herr Heidl diese hochrangigen Imkervertreter, die an diesem Treffen teilgenommen haben, namentlich nicht benennen konnte!!!!
Mit den Imkervertretern, so Herr Heidl, bestehe darüber Einigkeit, dass für einen effektiven Pflanzenschutz auf Beizen, Granulate oder auf Spritzungen nicht verzichtet werden kann.
Gemeinsam mit den Imkerverbänden wird ein Flyer aufgelegt, der auf die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Landwirten und Imker verweisen und
Handlungsempfehlungen, z.B. Vorsichtsmaßnahmen beim chemischen Pflanzenschutz, geben soll.
Eine Beeinflussung der Bienenpopulation durch den Einsatz von Neonikotinoiden sehen die Vertreter des BBV nicht.
Die Vergiftung der Bienen mit Clothianidin im Jahr 2008 sei lediglich ein bedauernswerter Betriebsunfall gewesen.
Das Bienenmonitoring, das zusammen mit der Ausbringung von „SANTANA“ im Frühjahr 2009 durchgeführt wurde, zeigte keine Auffälligkeiten, so Walter Heidl.
Es wurden nur 1000 tote Bienen gefunden!
Auf meine Anfrage hin, wo diese toten Bienen gefunden wurden, antwortete Herr Heidl:
„Ich glaube in Niedersachsen!“
Wenn das Thema rund um das Bienensterben nicht so ernst sein würde, dann wäre diese Antwort eigentlich ein guter Witz!
Es seien nur einige wenige „Hobbyimker“, so die BBV- Vertreter, die böse Stimmung gegen diese Pflanzenschutzmittel machen würden, um von ihrer eigentlichen Unzulänglichkeit bei der Varroabekämpfung abzulenken!


Gez.: Tiefenbach, den 31.12.2010
Martin Stockmeier

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